Montag, 13. Oktober 2008

Kohl war vermutlich auch gedopt. Seine Leistung zählt für mich dennoch.

Natürlich ist es leicht zu behaupten, jeder Radsportler sei gedopt, ohne dass man sich all zu viele Sorgen machen müsste, ob man wohl falsch liegt.

Aber dass Bernhard Kohl nun scheinbar bei der Tour de France gedopt war - noch gilt ja die Unschuldsvermutung - das bestätigt meinen schon länger gefassten Verdacht, dass es auch bei ihm wohl nur eine Frage der Zeit sei, bis er auffliegt.

Ausschlaggebend für meinen Verdacht waren seine Reaktionen auf die erneuten Analysen der während der Tour abgenommen Dopingproben und auf das Scheitern anderer Radsport-Kollegen an den Dopingtests.

Ich kann das zwar nicht belegen, weil nun die meisten Artikel und Reaktionen von Kohl bereits irgendwo im Netz verschwunden sind. Aber selbstbewusst war das nicht. Auf mich wirkten die Aussagen von ihm und seinem Trainer/Manager stets wie die eines Schuldigen, der allerdings glaubt, nichts befürchten zu müssen.

Wahrhaben wollte ich das allerdings nicht, vermutlich habe ich mich deshalb auch nicht drüber getraut, wirklich zu behaupten, er sei ebenfalls gedopt gewesen.

Zudem hat Kohl nie verblüffende Ausreißer aus dem Hauptfeld gezeigt, wie so manch andere, die gedopt waren. Teilweise hat er tatsächlich mehr als nur leicht angeschlagen gewirkt. Das ließ mich hoffen, er hätte es doch ohne Doping zum Bergkönig geschafft.

Aber gut, mit dem Scheitern vom Kohl am Dopingtest steht für mich fest, dass zumindest alle aus dem Spitzenfeld gedopt waren. Und deshalb finde ich zählt auch die Leistung von Bernhard Kohl durchaus etwas. Den Moment auf dem Siegertreppchen kann ihm keiner nehmen. Und er selbst weiß wohl: Die Leistung war etwas wert, in Anbetracht der Tatsache, dass es alle tun.

Ohne Doping kann man nun mal kein Radrennen gewinnen. Kohl liebt Radfahren und will gewinnen. Wenn man einer wie Kohl ist, mit diesen Zielen, dann muss man wohl damit rechnen dopen zu müssen - und eventuell durch eine positive Probe schlussendlich vor einem Scherbenhaufen zu stehen.

Schade für ihn, dass es ihn ausgerechnet jetzt erwischt, wo seine Zukunft derart rosig aussah. Immerhin durfte er den Bergkönig und dritten Platz bei der TdF genießen, es sei ihm vergönnt. Andere gedopte Radfahrer durften das nicht erleben.

Unter den Dopern war er der Bergkönig und dritter bei der Tour de France.
Weils thematisch mal wieder passt: Mein Lieblingsinterview

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Impi (Gast) - 15. Okt, 15:21

Beim Lesen der Überschrift dachte ich doch glatt für einen Moment, du meinst den Bundeskanzler unserer Herzen, Helmut Kohl.

nathilion - 15. Okt, 19:17

Der war auch gedopt. Durch den richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt. Aber auch seine Leistung zählt für mich ;)

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